US-Team untersucht Absturzstelle aus dem Zweiten Weltkrieg

13. August 2019
Grabungsschnitt am vermuteten Absturzort. Fotos: Dave Rankin, History Flight
Meinersen. Auf einem abgeernteten Acker im Landkreis Gifhorn fanden in den vergangenen Tagen außergewöhnliche Ausgrabungen statt. Ein Grabungsteam aus Archäologen, Anthropologen, Vermessungstechnikern und weiteren Spezialisten der US-Organisation „History Flight“ hielt sich für mehrere Tage in der Samtgemeinde Meinersen auf, um nach einem vermissten US-Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg zu suchen. Dies berichtet der Landkreis Gifhorn in einer Pressemitteilung.

Die Organisation sei im Auftrag der DPAA (Defense POW/MIA Accounting Agency) tätig, einer Behörde des US-Verteidigungsministeriums, deren Aufgabe es ist, vermisste Personen aus vergangenen Kriegen und Konflikten in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt zu bergen.

Der Hintergrund der aktuellen Untersuchung liege mehr als 75 Jahre zurück: Während des Anflugs für einen Bombenangriff auf die Stadt Braunschweig im April 1944 seien mehrere Flugzeuge des angreifenden Verbandes unter Beschuss geraten und stürzten ab. So vermeldete die 8. US Luftflotte am 8. April 1944 den Verlust einer B-24H „Liberator“ für den Bereich Müden/Aller. Bis auf ein Besatzungsmitglied hätten alle Insassen durch Fallschirmabsprung den Absturz überlebt. Nach Angaben eines Besatzungsmitglieds habe sich jedoch noch eine Person in dem Flugzeug befunden, als es abstürzte.

Der Aushub wird vollständig gesiebt, damit keine Informationen verloren gehen.

Wrackteile des Flugzeugs gefunden

Bereits 1948 wäre die Absturzstelle vom US-Militär in Augenschein genommen worden. Damalige Augenzeugen wussten von Leichenteilen und verstreuten Überresten des Bombers zu berichten, die jedoch kurz nach dem Absturz von der deutschen Luftwaffe entfernt worden waren. Die aktuellen Untersuchungen würden auf umfangreichen Recherchen basieren, die seit 2007 auch mit Hilfe eines lokalen Privathistorikers vorangetrieben wurden. Durch eine im Oktober 2012 durchgeführte Voruntersuchung konnte die Hauptkonzentration der Wrackteile auf einen 90-mal-50-Meter-Bereich eingegrenzt werden. Vorrangiges Ziel der jetzigen Grabung sei es gewesen, die Absturzstelle nach sterblichen Überresten des Soldaten sowie weiteren Wrackteilen des Flugzeugs zu untersuchen.

Die Spezialisten dokumentieren selbst kleinste Objekte.

Die mit Wissen und Genehmigung der Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn durchgeführten Ausgrabungen hätten neben zahlreichen Wrackteilen auch persönliche Ausrüstungsgegenstände, wie zum Beispiel den Rest eines Lederhandschuhs erbracht. Auch wenn bislang noch keine menschlichen Überreste entdeckt werden konnten, ist wahrscheinlich, dass diese noch irgendwo im Boden verborgen liegen. Landrat Dr. Ebel unterstreicht: „Umso wichtiger ist es, dass auch solche Kriegsstätten dokumentiert und vor unbefugten Nachgrabungen geschützt werden.“

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