TU knapp am Titel ‚Exzellenzuniversität‘ vorbei

19. Juli 2019 von
Symbolfoto: Robert Braumann
Braunschweig. "Der Titel der Exzellenzuniversität wäre eine verdiente Auszeichnung der bisher erbrachten Leistungen im Forschungsbereich und der universitären Ausbildung der TU Braunschweig gewesen, dementsprechend bedauern wir außerordentlich, dass es in diesem Jahr nicht zum Erlangen des Titels Exzellenzuniversität gekommen ist", so die Landtagsabgeordneten Christoph Plett und Oliver Schatta in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Auch andere Fraktionen und der Oberbürgermeister Ulrich Markurth äußerten sich enttäuscht.

Im Zuge der Exzellenzstrategie hatte sich die Universität Braunschweig um eine der elf ausgeschriebenen Förderungen als Exzellenzuniversität beworben. Möglich wurde die Bewerbung durch die erfolgreiche Einwerbung zweier Exzellenzcluster in der ersten Förderlinie. „Bereits die Förderung im Rahmen der Exzellenzcluster ist ein toller Erfolg“, konstatiert Annette Schütze,  Landtagsabgeordnete der SPD und Mitglied im Ausschuss für Wissenschaft und Kultur.

Trotz Rückschlags hervorragende Arbeit fortsetzen

Christoph Plett Foto: CDU

Christoph Plett. Foto: CDU

Die CDU Abgeordneten Plett und Schatta verweisen auf das Motto der TU: „We move“. Nun gelte es, sich dieses Motto weiterhin zu Herzen zu nehmen. „Dass es dieses Mal nicht zur Auszeichnung Exzellenzuniversität gelangt hat, ist zwar ein Rückschlag, aber in keinster Weise ein Indikator für fehlende Kompetenz der Universität. „Wir bewegen uns“. Jetzt gilt es, sich weiterhin vorwärtszubewegen und optimistisch in die Zukunft zu schauen. Denn als Universität mit hervorragenden Qualitäten in Bereichen wie beispielsweise der Metrologie und der Luftfahrt ist die TU nicht mehr aus der Forschung und Lehre dieser Region und darüber hinaus wegzudenken und stellt eine große Bereicherung für Genanntes dar.“

Oliver Schatta Foto: Archiv

Die Präsidentin Frau Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla und ihr Team haben hart für den Titel der Exzellenzuniversität und die damit einhergehende Förderung von 75 Millionen Euro über sieben Jahre gearbeitet, um eine Stärkung von Forschung und Lehre sowie eine Steigerung der Attraktivität der Universität für Studenten aus dem In- und Ausland erzielen zu können.

Mit einem Fördervolumen von insgesamt 385 Millionen Euro jährlich gehören die Exzellenzcluster zu den wichtigsten Forschungsförderungen Deutschlands.  „Auch wenn es dieses Mal nicht für die Verleihung des Exzellenzstatus gereicht hat, konnte die TU beweisen, dass sie als Forschungsuniversität mit den Besten des Landes konkurrieren kann“, betont die SPD Abgeordnete Schütze. „Unsere Region ist mit ihrem Netzwerk aus Forschungseinrichtungen einer der größten Innovationsräume Europas. Durch diese enge Vernetzung ist Braunschweig bereits heute ein Anziehungspunkt für die klügsten Köpfe der Welt.“

Nächste Chance in sieben Jahren

In sieben Jahren müssen sich die nun ausgewählten Exzellenzuniversitäten einer Prüfung unterziehen und sich neu bewerben. Die TU Braunschweig, die in der aktuellen Bewerbungsrunde zu den kleineren der konkurrierenden Universitäten gehörte, erhält dann eine neue Chance auf die Förderung.

Die im Rahmen der Exzellenzbewerbung unternommenen Anstrengungen werden dabei helfen, die Potenziale der Universität Braunschweig weiterzuentwickeln. „Das Team der TU hat großartige Arbeit geleistet! Es wurde eine genaue Analyse der Stärken und Schwächen im universitären Betrieb vorgenommen: diese Erkenntnisse sind für sich genommen schon ein Gewinn“, würdigt Schütze die Leistung der Universitätsleitung. Zudem hat die TU Braunschweig durch das bundesweite Interesse an dem Bewerbungsverfahren um die Exzellenzvergabe positive Aufmerksamkeit erhalten, hält Schütze fest und gibt zu bedenken: „Die Exzellenzstrategie ist nur eine der potenziellen Fördermaßnahmen. Das Land Niedersachsen und der Bund ermöglichen eine Vielzahl von Förderprogrammen mit unterschiedlichsten Schwerpunkten.“

In gewisser Weise hat die TU gewonnen

Carsten Müller. Foto: Archiv

Der Braunschweiger Bundestagsabgeordnete Carsten Müller (CDU) äußerte sich ebenfalls: „Sehr schade und enttäuschend, dass es für die Technische Universität Braunschweig nicht zum Exzellenzstatus gereicht hat. Das gesamte Team

um Präsidentin Anke Kaysser-Pyzalla hat hervorragende, exzellente Arbeit geleistet und eine innovative, frische Bewerbung auf die Beine gestellt, die mich sehr beeindruckt hat. Damit wurde in der gesamten Wissenschafts- und Forschungslandschaft unserer Region ein Ruck und frischer Wind ausgelöst. Auch wenn die Bewerbung nicht erfolgreich war, so ist das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft bereitet. In gewisser Weise hat die TU damit also doch gewonnen.“

FDP fordert bestmögliche Ausstattung für die Zukunft

Susanne Schütze, wissenschaftspolitische Sprecherin der FDP Landtagsfraktion ist ebenfalls der Meinung, dass die Universität es definitiv verdient hätte: „Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen steht der Wissenschaftsstandort

Niedersachsen als Verlierer da. Es ist mehr als bedauerlich, dass sich keine der niedersächsischen Universitäten mit dem Titel Exzellenzuniversität schmücken kann“, so Schütze. „Unabhängig von der Exzellenzförderung müssen die Hochschulen für exzellente Forschung bestmöglich ausgestattet werden. Um Spitzenwissenschaftler nicht nur engagieren zu können, sondern auch zu halten, braucht es mehr Flexibilität in Personalfragen. Auch in der Infrastruktur, vorallem bei den Gebäuden und in der Ausstattung muss die Landesregierung den niedersächsischen Hochschulen das Beste zur Verfügung stellen. Der Minister muss die aus der Bewerbung gewonnenen Erkenntnisse nun auswerten, damit die Hochschulen beim nächsten Mal zu den Gewinnern gehören.“

Markurth: TU hat sich hervorragend entwickelt

Ulrich Markurth. Foto: Dontscheff

Oberbürgermeister Ulrich Markurth nimmt Stellung zur Entscheidung des Wissenschaftsrates: „Mit ihrer großartigen Präsentation hatte die TU alles getan, um sich Chancen für den Titel Exzellenzuniversität zu erarbeiten. Es ist schade, dass es nicht geklappt hat – angesichts der starken Konkurrenz ist das aber keineswegs ein Rückschlag, sondern sollte vielmehr als Ermunterung verstanden werden, den eingeschlagenen Kurs konsequent weiterzugehen.

Die TU Braunschweig hat sich hervorragend entwickelt. Sie hat sich seit dem Jahr „Stadt der Wissenschaft“ noch mehr nach außen geöffnet, um ihre Inhalte und Forschung einer breiten Öffentlichkeit und der Bevölkerung sichtbar zu machen und zu vermitteln. Mit ihren vier Forschungsschwerpunkten „Mobilität“, „Stadt der Zukunft“, „Metrologie“ sowie „Infektionen und Wirkstoffe“ ist unsere Universität bereits sehr gut aufgestellt und hat sich schon viele Möglichkeiten erarbeitet, diese auszubauen. Zwei Projekte wurden im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder schon 2018 ausgewählt: „QuantumFrontiers“ und „SE²A“ werden seit diesem Jahr für sieben Jahre gefördert. Als Stadtverwaltung haben wir in den vergangenen Jahren die Zusammenarbeit mit der TU weiter intensiviert, zu nennen sind dabei insbesondere das Dezernat für Kultur und Wissenschaft und die Wirtschaftsförderung. Wichtige Bausteine sind die Gründer- und Innovationsförderung und der Technologietransfer. Diese Themen werden wir weiter mit der TU zusammen ausbauen.

Ich bin mir sicher, die TU wird die Erfahrung dieses Wettbewerbs für sich nutzen und weiter an ihren Stärken arbeiten. Die TU hat sich und Braunschweig vor der Jury fantastisch präsentiert. Es war toll für mich, das selbst erleben zu können. Die Stadt Braunschweig ist stolz auf die TU und wird sie weiter im Rahmen der Möglichkeiten unterstützen.“

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