SoVD-Tipp: Keine Verordnung für Pflegehilfsmittel mehr nötig

30. Mai 2018
Für Pflegehilfsmittel, wie zum Beispiel Pflegebetten, ist keine Verordnung mehr nötig. Symbolfoto: Nick Wenkel
Gifhorn. Lagerungshilfen, Hausnotruf-Systeme oder Duschstühle – die Kosten für solche sogenannten Pflegehilfsmittel kann die Pflegekasse übernehmen. Bislang war dafür in vielen Fällen eine ärztliche Verordnung notwendig, berichtet der Sozialverband Deutschland (SoVD)-Kreisverband Gifhorn.

Mit der Pflegereform habe sich das geändert: Empfiehlt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) jetzt ein solches Hilfsmittel in seinem Gutachten, gelte das bereits als Antrag bei der Pflegekasse. Stelle der MDK bei seiner Begutachtung einen Pflegegrad fest, zahle die Pflegekasse entsprechende Hilfsmittel. Sie sollten dafür sorgen, dass der Betroffene möglichst selbstständig sein Leben führen könne, und eventuelle Beschwerden lindere. Das könnten zum Beispiel Pflegebetten, Waschsysteme oder Pflegezubehör wie Bettgalgen oder Betttische sein.

„Bislang mussten die Hilfsmittel immer zusätzlich von einem Arzt verordnet werden – auch wenn der MDK sie empfohlen hat. Das bedeutete für die Betroffenen immer einen erheblichen Aufwand“, sagt Christine Scholz, Sozialberaterin aus dem SoVD-Beratungszentrum Gifhorn. „Diesen Schritt müssen sie jetzt nicht mehr machen. Wenn der MDK eine Empfehlung für ein Hilfsmittel ausspricht, gilt das automatisch als Antrag bei der Pflegekasse.“ Empfiehlt der MDK ein Hilfsmittel, muss er das im Gutachten vermerken und entsprechend konkretisieren. Es gibt aber auch Hilfsmittel, bei denen das MDK-Gutachten nicht automatisch als Antrag gewertet werden kann: „Dazu zählen etwa Orthesen oder auch Seh- und Hörhilfen. Sie müssen weiterhin von einem Arzt verordnet werden. Die Kosten trägt dann die Krankenkasse.“

Übrigens: Erwachsene müssten zehn Prozent je Hilfsmittel zuzahlen, jedoch nicht mehr als 25 Euro. Gehe es um Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, gebe es Ausnahmen – mehr als 40 Euro monatlich übernehme die Kasse aber nicht. „Genau wie bei Medikamenten kann man sich aber auch bei Hilfsmitteln von der Zuzahlung befreien lassen, wenn eine bestimmte Belastungsgrenze erreicht ist. Dazu sollte man sich aber am besten individuell beraten lassen“, empfiehlt Scholz.

Kontakt:

Das SoVD-Beratungszentrum in Gifhorn erreichen Sie unter Telefonnummer 05371-3685 oder E-Mail: info@sovd-gifhorn.de.

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