SoVD fordert: Betriebsrentner endlich entlasten

11. Juli 2019
Symbolbild: Pixabay
Gifhorn. Seit 2004 müssen Betriebsrentner den vollen Beitragssatz zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen – also sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Gifhorn sieht darin schon lange eine unzumutbare Mehrbelastung. Und fordert die Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Gifhorn dazu auf, dass diese

Vor 2004 musste weder der Arbeitgeber- noch der Arbeitnehmeranteil übernommen werden. Jetzt scheint Bewegung in das Thema zu kommen: Die Große Koalition auf Bundesebene möchte bis September eine Lösung präsentieren. „Die Bundestagsabgeordneten aus unserem Wahlkreis müssen sich in ihren Fraktionen dafür starkmachen, dass diese Regelung wieder gekippt wird“, fordert der SoVD-Kreisvorsitzende Heinz-Ulrich Kabrodt.

Die Zahlung des vollen Beitragssatzes führt bei den betroffenen Rentnern dazu, dass das Polster der betrieblichen Altersvorsorge um fast 20 Prozent schmilzt. „Seitens der Politik wird immer propagiert, dass privat vorgesorgt werden muss, um Altersarmut zu verhindern. Mit dem Gesetz wurden ausgerechnet die bestraft, die dem gefolgt sind“, kritisiert Kabrodt. Besonders ungerecht sei die Tatsache, dass es keinen Bestandsschutz gebe, es sind also auch die Rentner betroffen, die vor dem Stichtag einen Vertrag abgeschlossen haben. „Das bedeutet, dass sich viele Betroffene eine höhere Rente ausgerechnet haben als sie durch die Neuregelung bekommen werden. Das ist vor allem für diejenigen hochproblematisch, die auf das Geld angewiesen sind“, so Kabrodt weiter.

Aus SoVD-Sicht müssen sich jetzt die Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen vehement dafür einsetzen, dass die Ungerechtigkeit beendet wird. „Wünschenswert wäre, dass wir zur Regelung vor 2004 zurückkehren. Zumindest die Zahlung des Arbeitgeberanteils muss sofort abgeschafft werden. Das bringt schon mal eine 50-prozentige Entlastung“, sagt Kabrodt. Mit dieser Forderung wird der SoVD in Gifhorn auch direkt auf die Bundestagsabgeordneten in seinem Wahlkreis zugehen.

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