Mit dem Therapiepfad Alltagshindernisse wieder meistern

12. März 2019
Zunächst ein Fuß auf die unterste Stufe – Larissa Klassen (rechts) übt mit Ingeborg Kokott das Treppensteigen. Foto: Helios
Gifhorn. Den Alltag selbstständig in der eigenen Häuslichkeit bewältigen – das ist ein zentrales Bedürfnis älterer Menschen und wichtiges Behandlungsziel in der Altersmedizin. Um Patienten in diesem Bedürfnis zu unterstützen, hat die Geriatrie des Helios Klinikums Gifhorn jetzt einen Therapiepfad in Betrieb genommen, wie das Klinikum berichtet.

Unter fachlicher Anleitung könnten ältere Menschen hier ihre Mobilität zurückgewinnen und die Entlassung in die eigene Häuslichkeit verbessern. Seit mehr als fünf Jahren führe das Helios Klinikum Gifhorn eine auf Altersmedizin spezialisierte Abteilung. Ihr Ziel sei es, älteren und hochbetagten Patienten ihre Lebensführung, wie sie vor dem Krankhausaufenthalt gewesen sei, weitestgehend wieder herzustellen. „Dazu gehört beispielsweise auch, Treppenstufen, die bei vielen in das eigene Heim führen, ohne Angst und Unsicherheit zu meistern“, sagt Dr. Michael Liebetrau. Einem Impuls aus der eigenen Familie folgend, habe sich der geriatrische Chefarzt für den Bau eines Therapiepfades eingesetzt.

Zurück in den Alltag

Innerhalb von drei Monaten sei ein Therapiepfad entstanden, der unterschiedliche Anforderungen an ältere Patienten stelle. „Der Übungspfad hat verschiedene Untergründe, auf denen unsere Patienten sicheres Gehen üben. Er verfügt über Waschbetonplatten, Fliesen und ein Kunststoffbodensystem, das einen weichen Untergrund simuliert“, erklärt Kirsten Osenroth, Stationsleitung der Geriatrie. Der Therapiepfad ahme nach, was Patienten im Alltag begegnet, wenn sie sich im Garten aufhalten, auf dem Bürgersteig laufen oder Straßen überqueren. Eine leichte Steigung würde eine zusätzliche Herausforderung darstellen, ein Geländer zu beiden Seiten sorgt für sicheren Halt.

Der Therapiepfad bedient verschiedene Aspekte. So ist da unter anderem die psychologische Komponente. „Ältere Patienten begegnen Treppen mit Respekt, denn die Angst zu stürzen sitzt tief“, sagt Physiotherapeutin Larissa Klassen. „Der Therapiepfad ist mit seinen drei Stufen für unsere Patienten machbar. Hinzu kommt die körperliche Komponente. Wir üben das Treppensteigen, indem unsere Patienten erstmal nur einen Fuß auf die unterste Stufe und wieder zurücksetzen. Wer mit Bewegungsdefiziten kämpft, empfindet dies bereits als äußerst anstrengend.“ Nach und nach steigen dann die Anforderungen. Ziel sei es, den Patienten am Ende seines Krankenhausaufenthaltes ohne Angst vorm Treppensteigen und mit einem sicheren Gang trotz unterschiedlicher Untergründe zu entlassen.

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