Kreisfeuerwehrkonzept wurde auf den Weg gebracht

9. Juni 2019
Das neue Kreisfeuerwehrkonzept wurde vorgestellt. Foto: Kreisfeuerwehr Pressestelle Gifhorn
Gifhorn. Am Mittwoch fand die jüngste Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz und Rettungsdienst in der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) des Landkreises Gifhorn statt. Inhaltlicher Schwerpunkt war dabei die Vorstellung des ersten Teils des neuen Kreisfeuerwehrkonzeptes. Darin ist die Ausgangssituation, sowie zukünftige Aufgaben und Ziele der Kreisfeuerwehr im Landkreis Gifhorn beschrieben. Dies berichtet die Kreisfeuerwehr Pressestelle Gifhorn.

Ausschussvorsitzender Eberhard Stolzenburg dankte zuallererst den Autoren: „Unsere Ehrenamtlichen aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehren und die Mitarbeiter der Verwaltung des Landkreises Gifhorn haben gemeinsam eine zukunftsweisende Strategie für den Landkreis auf den Weg gebracht.“ Landrat Dr. Ebel unterstrich dabei deutlich, dass damit einhergehende Investitionen keinen Selbstzweck für die Feuerwehren darstellen. Vielmehr steige durch die geplanten Maßnahmen die Sicherheit für alle Bürger im Landkreis „Wir sind stolz auf unsere schlagkräftige Freiwillige Feuerwehr im Landkreis Gifhorn. Für diese wichtige Arbeit wollen wir einen klaren Rahmen im Kreishaushalt setzen.“

Das Konzept sei in einem intensiven Beteiligungsprozess mit allen Gebietseinheiten im Landkreis Gifhorn entstanden. Zentrale Einheiten sollen koordiniert beschafft und sinnvoll im Kreisgebiet stationiert werden. So stünden diese im Bedarfsfall allen Samtgemeinden zur Verfügung. Damit könnten Einsatzmittel besser genutzt und lokale Doppelbeschaffungen vermieden werden. „Mit diesem Konzept werden somit Finanzhaushalte in den Kommunen sinnvoll entlastet; gleichzeitig werden die Gesamtkosten reduziert“, so Walter weiter. Dabei sollen alle notwendigen Gerätschaften in den nächsten Jahren berücksichtigt werden. Ein weiterer Vorteil der strukturierten Stationierung von Fahrzeugen in einzelnen Wehren ermögliche ein optimales Einarbeiten auf die jeweilige Gerätschaft vor Ort.

Stärker vor Ort ausbilden

Bei der Präsentation des ersten Teils des Kreisfeuerlehrkonzepts sei Matthias Rüger, Leiter Abteilung Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Gewerbe, außerdem auf den Stellenwert der Ausbildung der Einsatzkräfte eingegangen: „Wir wollen stärker und noch häufiger vor Ort ausbilden. Dafür schaffen wir mit diesem Konzept die Voraussetzungen.“ Denn es sei festgestellt worden, dass die Auswirkungen des demografischen Wandels, sowie geringere Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte, bei gleichzeitigem Anstieg der Anzahl und Dauer von Einsätzen, ein proaktives Handeln erfordern würden.

Die wesentlichen Ziele des Konzeptes seien sie bedarfsgerechte Aufstellung zur Bewältigung derzeitiger und künftiger Aufgaben und Herausforderungen zur weiteren Steigerung der Sicherheit der Bürger im Landkreis Gifhorn, die Motivation der Einsatzkräfte durch Angebot einer zeitgemäßen Ausbildung und die Beschaffung einer bedarfsgerechten Ausstattung mit Einsatzmitteln auf dem Stand der Technik.

Hintergrund

Einsatzzahlen im Landkreis Gifhorn stiegen linear betrachtet in den letzten zehn Berichtsjahren ab 2007 von durchschnittlich 1.800 auf über 2.300. Länge und Intensität der Einsätze durch Unwetter- und Waldbrandlagen würden zunehmen. Einsätze dieser Art stellen besondere Herausforderungen, sowohl an die Ehrenamtlichen als auch an Gerätschaften. Für die kommenden Jahre werde eine weitere Steigerung von Anzahl und Intensität dieser wetterbedingten Ereignisse erwartet.

Kreisbrandmeister Thomas Krok habe in seinem Bericht die besondere Leistungsfähigkeit der mehr als 4.500 ehrenamtlichen Mitglieder in den 101 Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Gifhorn herausgestellt. „Im vergangenen Jahr haben wir neben einer Vielzahl von Einsätzen und Großschadenslagen auf dem Kreisgebiet bewältigt. Prägnantes Beispiel ist dabei der Großbrand bei der Firma Butting in Knesebeck. Beim Hochwasser in Wolfenbüttel hat unsere Kreisbereitschaft ein Seniorenzentrum vor der Überschwemmung bewahrt. Über mehrere Tage waren unsere Einheiten zudem beim Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände in Meppen im Einsatz.“ Um all diese Einsatzlagen auch in Zukunft erfolgreich abarbeiten zu können, seien gute Ausbildung, moderne Ausrüstung und ein optimal vernetztes Zusammenarbeiten aller Gebietseinheiten des Landkreises unabdingbar. Zahlenmäßig weniger Ehrenamtliche werden mit einer qualitativen Ausbildung und leistungsfähigen Gerätschaften auch in Zukunft in der Lage sein, herausfordernde Einsatzlagen erfolgreich abzuarbeiten.

Im zweiten Halbjahr 2019 solle Teil zwei des Kreisfeuerwehrkonzeptes finalisiert werden. Hierzu würden Verwaltung und Vertreter der Feuerwehren aus den Gebietseinheiten bereits in Workshops zusammenarbeiten. Es gehe dabei um die Themen Ausbildung, sowie Einsatzkonzepte und Fahrzeuge. Dieser zweite Teil beinhalte auch eine langfristige Investitionsplanung über zehn Jahre mit einem Investitionsvolumen von 250.000 Euro pro Jahr. Insbesondere die Bereiche Führung und Logistik sollten künftig entwickelt werden, da Großschadenslagen eine intensive Funkkommunikation und umfangreiche Versorgung der Einsatzkräfte mit Nachschub erfordern. Die Politik habe sich nach einer kurzen Fragerunde den Beschlussvorschlägen der Verwaltung angeschlossen.

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