Kreisarchäologie untersucht Baugrundstück in Zahrenholz

17. April 2018
Unscheinbar, aber wichtig: einige Scherben aus Zahrenholz. Fotos: Landkreis Gifhorn
Gifhorn. Wie alt sind unsere Dörfer? Dass diese Frage nicht so leicht zu beantworten ist, zeigen archäologische Untersuchungen, die jüngst in Zahrenholz stattgefunden haben.

Dort fanden der Kreisarchäologie Dr. Ingo Eichfeld gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Heinz Gabriel und sechs weiteren Helferinnen und Helfern von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft des Gifhorner Museums- und Heimatvereins Scherben, die möglicherweise aus dem frühen Mittelalter (9. / 10 Jahrhundert) oder vielleicht sogar aus der Zeit vor Christi Geburt stammen.

Urkundlich lässt sich die Geschichte des Dorfes Zahrenholz bis in das Jahr 1306 zurückverfolgen, als der Dompropst von Hildesheim den Gebrüdern Heinrich und Anno von Heimburg die Siedlung Zernholt als Lehen übergab. Nach den Untersuchungen des Braunschweiger Geographen Professor Wolfgang Meibeyer muss das Dorf damals aber schon eine ganze Weile bestanden haben, denn die Struktur der Wirtschaftsflur wurde anscheinend bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angelegt. Ausschlaggebend für die Wahl des Siedlungsplatzes war dabei offenbar ein natürlicher Teich, um den herum die ältesten Höfe sich ringförmig gruppierten und dessen Bereich heute als Spielplatz genutzt wird.

Die Archäologen beim Ausgrabungsort in Zahrenholz bei der Arbeit. Foto: Landkreis Gifhorn

Auf dem Nachbargrundstück neben dem Teich soll nun ein Wohnhaus mit Nebengebäude errichtet werden. Da bei Erdeingriffen auf historischem Grund mit Zeugnissen der ehemaligen Besiedlung zu rechnen ist, rückten die Archäologen an, um mögliche Funde zu sichern und die historischen Fakten mit Schaufel und Spaten zu überprüfen. Schon Ende März war Dr. Ingo Eichfeld von der Kreisarchäologie zusammen mit dem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Heinz Gabriel und sechs weiteren Helferinnen und Helfern von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft des Gifhorner Museums- und Heimatvereins vor Ort. Bei den Untersuchungen konnten zwar keine Bebauungspuren mehr festgestellt werden. Dafür fanden sich auf dem gesamten Areal jedoch immer wieder Scherben, die nun gereinigt und näher in Augenschein genommen wurden. Das Überraschende dabei: Es handelt sich nicht um Fragmente hoch- oder spätmittelalterlicher Keramik, sondern um Bruchstücke älterer Machart, die möglicherweise aus dem frühen Mittelalter (9. / 10 Jahrhundert) oder vielleicht sogar aus der Zeit vor Christi Geburt stammen. „Eine genaue Datierung ist nicht möglich. Die Art der Scherben lässt aber den Schluss zu, dass der Bereich um den ehemaligen Dorfteich herum wesentlich früher besiedelt gewesen ist als bislang angenommen“, freut sich der Archäologe des Landkreises Gifhorn Dr. Ingo Eichfeld. „Eine Kontinuität kann hieraus nicht abgeleitet werden. Zweifellos war der direkt an einem Gewässer gelegene Standort jedoch zu allen Zeiten ein beliebter Siedlungsplatz.“

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