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Kinokritik: „Traumfabrik“ – Liebe kennt keine Grenzen

5. Juli 2019
Mit "Traumfabrik" zeigt das C1 eine weitere sehenswerte Produktion aus deutschen Landen. Foto: C1 Cinema/ Video: Alexander Dontscheff
Braunschweig. Das deutsche Kino hat es - bis auf einige wenige Dauerbrenner - nicht gerade leicht, die nötige Akzeptanz in den Kinosälen zu finden. Mit "Traumfabrik" geht nun eine interessante Mischung aus Zeitgeschichte und Liebesfilm an den Start, das vor allem auf unverbrauchte Gesichter setzt. Ob der Streifen unsere Filmtester überzeugen konnte, lesen Sie hier.

Regisseur Martin Schreier erzählt eine magische Liebesgeschichte vor der Kulisse des ältesten Filmstudios der Welt, angesiedelt in der Traumfabrik-Welt im „deutschen Hollywood“, den DEFA-Studios in Berlin im Sommer des Jahres 1961. Mit den noch relativ unbekannten Jungstars Emilia Schüle und Dennis Mojen in den Hauptrollen.

Inhalt

Im Sommer des Jahres 1961 ist das DEFA-Filmstudio in Potsdam-Babelsberg ein magischer Ort, voller Kreativer, die in Aufbruchsstimmung sind. Emil Hellwerk (Dennis Mojen), gerade aus der Nationalen Volksarmee (NVA) entlassen, steht nun vor den Toren des Filmproduktionsstudios und hat dank seines Bruders Alex (Ken Duken), der dort als Stuckateur arbeitet, eine Anstellung als Komparse bekommen. Gleich am ersten Tag lernt er am Filmset die französische Tänzerin Milou (Emilia Schüle) kennen. Liebe auf den ersten Blick. Doch beruflich läuft es weniger gut. Emil sorgt für Chaos am Set und wird zur persona non grata.

Der plötzliche Bau der Mauer ändert von einem auf den anderen Moment alles. Milou, die in einem Westberliner Hotel abgestiegen ist, kann nicht mehr zurück. Und Emil nutzt die Wirren, um sich den Posten eines Produzenten und Regisseurs zu erschleichen. Emil fasst einen tollkühnen Plan, um zu seiner Milou zurückzukommen. Dabei bekommt er es allerdings mit den ihm alles andere als wohlgesinnten Studio-Bossen, der Stasi und nicht zuletzt einem Nebenbuhler zu tun…

Trailer

Kritik

„Traumfabrik“ ist ein klassischer „Feel-good-Movie“, der sowohl Elemente des Dramas, der Komödie und des Liebesfilms aufweist. Mit über zwei Stunden Spielzeit hat er auch einige Längen und ist etwas klischeebeladen und vorhersehbar. Auch könnte man fragen, ob die Story insgesamt nicht etwas hanebüchen ist – aber es geht ja eben um die „Traumfabrik“. Auch einige Anachronismen haben sich eingeschlichen (1961 dürfte der Stinkefinger als Beleidigungsgeste noch nicht verbreitet gewesen sein).

Trotzdem macht es Spaß den Film zu sehen. Das liegt vor allem an den beiden noch unverbrauchten Hauptdarstellern, denen man einfach gerne zusieht und die eine gute Leistung abliefern. Außerdem gibt die Haupthandlungsebene – die DEFA Studios kurz vor und nach dem Mauerfall – einen durchaus originellen und interessanten Rahmen, den man eben noch nicht hundertmal gesehen hat. Wer also mal wieder ein paar unbeschwerte Momente im Kino erleben will und auch vor etwas Kitsch nicht zurückschreckt, dem sei „Traumfabrik“ ans Herz gelegt.

Wir vergeben 3,5 von 5 regionalHeute.de Punkten.

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