Auf der Suche nach der Unke – NABU startet letzten Versuch

6. November 2018
In der Ortschaft Kaiserwinkel werden neue Laichgewässer angelegt. NABU/Joachim Neumann
Gifhorn/Wolfsburg. Verschiedene Baumaßnahmen werden derzeit vom NABU Niedersachsen an zwei Stellen im Drömling im Landkreis Gifhorn und der Stadt Wolfsburg durchgeführt. Darüber informiert der Naturschutzbund in einer Pressemitteilung.

Die Maßnahmen finden demnach im Rahmen des Projektes LIFE Auenamphibien statt und zielen auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Amphibien, insbesondere der Rotbauchunke ab. Ein Maßnahmenbereich liege an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt nahe der Ortschaft Kaiserwinkel. Hier werden aktuell sechs neue Laichgewässer angelegt. „Aus diesem Bereich wurden bis in die jüngste Vergangenheit immer wieder einzelne Funde von Rotbauchunken gemeldet“, berichtet NABU-Projektleiter Dr. Markus Richter, „unsere gezielte Suche in den letzten beiden Jahren blieb jedoch erfolglos.“ Aktuell seien kaum geeignete Laichgewässer vorhanden. Die neuen Gewässer sollen nun jedoch die womöglich noch vorhandenen Tiere zur Fortpflanzung anlocken. Lassen sich auch hier keine Unken mehr nachweisen, sei nach Abstimmung mit allen betroffenen Stellen und nach Genehmigung der Naturschutzbehörden eine Wiederansiedlung der Art vorgesehen.

Noch der großen Nässe fertig?

Die Baumaßnahme waren laut NABU bereits im letzten Jahr ausgeschrieben und beauftragt worden, aufgrund der starken Niederschläge hätten sie aber auf dieses Jahr verschoben werden müssen. „Im Moment sind die Bedingungen noch sehr günstig, die Flächen sind trocken und gut befahrbar“, erläutert NABU-Bauleiter Joachim Neumann, „wir gehen davon aus, dass alles fertig wird, bevor die Nässe zurückkommt.“

Zweite Maßnahme in Wolfsburg

Ein zweiter Maßnahmenbereich liege am anderen Ende des Drömlings im Stadtgebiet Wolfsburg nahe des Allersees. Hier seien vor einigen Jahren mehrere Gewässer angelegt worden. Am Ufer seien allerdings dichte Gehölzbestände aufgewachsen, die den Wasserkörper beschatten und damit die Gewässer für die Fortpflanzung anspruchsvoller Amphibienarten unbrauchbar machen. „Laubfroschlarven entwickeln sich nur bei Wassertemperaturen über 15 Grad. Damit sich das Wasser im Frühling ausreichend erwärmt, muss es möglichst der vollen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein“, erläutert Dr. Richter. „Eine Fachfirma wird daher in den nächsten Tagen die Gehölze vollständig zurückschneiden.“

Weidetiere sollen Ufer offenhalten

Allerdings würden die Weiden, Erlen und Birken am Ufer im Frühjahr größtenteils wieder aus den Stümpfen ausschlagen. Um ein erneutes Aufwachsen der Gehölze zu verhindern, soll demnach die Fläche einschließlich der Gewässer zukünftig beweidet werden, Tritt und Verbiss der Weidetiere sollen die Ufer offenhalten. Für die Beweidung werde aus Projektmitteln ein Weidezaun errichtet, ein örtlicher Landwirt habe sich bereiterklärt, seine Tiere dort weiden zu lassen. Die Nutzung der Fläche für das Osterfeuer werde aber auch zukünftig möglich sein.

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