Armbrustmorde in Passau: Tote gehörten zu „Welterneuerern“

13. August 2019 von
Der Tatort in Wittingen. Zu den beiden Frauen aus der Wohnung liegen noch keine neuen Erkenntnisse vor. Foto: aktuell24/BM
Wittingen/Passau. Am 11. Mai wurden in einer Pension im Niederbayrischen Passau die Leichen von zwei Frauen und einem Mann gefunden. Dabei wurden eine 33-Jährige Frau sowie ein 53-jähriger Mann von ihrer 30-jährigen Begleiterin aus Wittingen mit einem Schuss aus einer Armbrust getötet. Im Anschluss tötete sie sich selbst. Wie die Staatsanwaltschaft Passau auf Nachfrage unserer Redaktion berichtet, gehörten die Drei einer Sekte von "Welterneuerern" an.

An einem Samstagnachmittag im Mai wurden die drei Leichen in einem Gästezimmer einer Pension in Passau gefunden, in deren Körpern sich die Pfeile einer Armbrust befanden. Schon damals stand die Vermutung im Raum, dass es sich dabei um einen geplanten Selbstmord gehandelt hat. Dies konnte die Staatsanwaltschaft Passau nun bestätigen. Demnach sollen die 33-Jährige und der 53-Jährige aus Rheinland-Pfalz vor ihrem Tod mit  K.O.-Tropfen betäubt worden sein. Durch diese Tropfen sollen sie während der Tat bewusstlos gewesen sein. Nachdem die 30-Jährige aus Wittingen ihre Begleiter umgebracht hatte, schoss sie sich selbst in den Hals.

„Welterneuerer“ wollten irdisches Leben verlassen

Umfeldermittlungen haben ergeben, dass die drei Toten einem sektenähnlichen Kreis von „Welterneuerern“ angehört haben. Dabei soll der Mann sehr dominant und manipulativ aufgetreten sein. Zeitweise soll er sogar als Psychologe gearbeitet und sich vor allem um Frauen mit Lebensproblemen gekümmert haben. Ob er hierfür eine anerkannte Zulassung gehabt hat, sei nicht sicher. Außerdem soll er in einer sexuellen Verbindung zu den Frauen gestanden haben. Die „Welterneuerer“ waren der Auffassung, dass sie bereits mehrfach wiedergeboren wurden und wollten nun ihr irdisches Leben endgültig verlassen. Warum sie sich hierfür Passau aussuchten, liege weiter im Dunkeln. Zuvor seien sie bereits durch verschiedene Orte gefahren, hätten sich für eine Woche in verschiedenen Pensionen eingemietet, wären jedoch am selben Tag wieder abgefahren. Die Armbrüste hätten sie sich kurz vorher in Österreich besorgt.

Kurze Zeit später fand die Polizei zwei weitere Frauenleichen in der Wohnung der toten 30-Jährigen in Wittingen. Auch diese sollen zu dem Kreis der „Welterneuerer“ gehört haben. Zu der Todesursache konnte die Staatsanwaltschaft Hildesheim noch nichts sagen.

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