153 Missbrauchsopfer im Bistum: „Wir haben versagt“

25. September 2018 von
Die geschädigten Kinder wurden von ihrer Kirche missbraucht und dann auf ihrem Weg alleine gelassen. Symbolfoto: CC0 Creative Commons
Region. Die katholische Kirche will die eigenen Vergangenheit aufarbeiten. Eine bundesweite Studie wurde in Auftrag gegeben, um sexuelle Missbräuche aufzudecken. Die schockierende Ergebnisse wurden auf der Bischofskonferenz in Fulda vorgestellt. Auch in der Region gab es 153 sexuelle Übergriffe. Der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer bat um Vergebung.

Die Region gehört zum Bistum Hildesheim, was sich von der Weser bis zur ehemaligen innerdeutschen Grenze erstreckt. Heiner Wilmer betonte in einem Statement, dass die Dunkelziffer der Missbrauchsfälle unbekannt sei und höher ausfallen könnte. 46 Geistliche des Bistums seien laut Studie beschuldigt, sich an Kindern- und Jugendlichen vergangen zu haben.

Ein Angebot zum Gespräch über Unaussprechliches

Die Kirche war ein Ort des Grauens statt ein Ort der Zuflucht und Geborgenheit. Wilmer stellt unmissverständlich klar: „Wir haben versagt“. Der Bischof kritisiert weiter das Schweigen der Kirche und möchte dies nun brechen. Angehörige und Betroffene könnten sich bei ihm melden und über die schrecklichen Erlebnisse austauschen. 

Rechenschaft wird allerdings erschwert. Von den 46 beschuldigten Geistlichen sind nur noch zehn am leben – zwei davon aber gar noch im aktiven Kirchendienst. Diesen beiden wird allerdings kein sexueller Missbrauch, sonder lediglich eine Grenzüberschreitung vorgeworfen.

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