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Wenig Unternehmensneugründungen in Automobilregionen normal

17. Juli 2017 von
Unternehmensgründer im Landkreis Gifhorn erhalten umfangreiche Informationen und Unterstützung. Symbolbild: Sandra Zecchino
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Gifhorn. Pro 100.000 Einwohner lag die Firmenneugründung im Landkreis Gifhorn bei lediglich 498 Neugründungen, was im niedersächsischen Vergleich einen der unteren Plätze bedeutet. Aus diesem Grund fragte regionalHeute.de beim Landkreis nach, mit welchen Maßnahmen potentielle Neugründer unterstützt werden.

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Wie Dr. Thomas Walter, Erster Kreisrat des Landkreises Gifhorn, hervorhob, sei die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen in Deutschland seit Jahren rückläufig. Die Gründungszahlen in den freien Berufen stiegen allerdings seit 2012 kontinuierlich an. Insgesamt wäre die Interpretation von Zahlen zum Gründungsverhalten eher schwierig.

Während das Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die Gründungen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl gesetzt hat, arbeiteten die Industrie und Handelskammern und die meisten Wirtschaftsinstitute mit der Gründungsintensität (Existenzgründungen pro 10.000 Erwerbspersonen).

„Noch unübersichtlicher wird das Ganze, wenn zwischen gewerblichen Gründungen und freiberuflichen oder zwischen Vollerwerbsgründungen und Kleingewerbegründungen unterschieden wird“, führt Walter weiter aus.

Unterdurchschnittliche Gründungszahlen in allen Automobilregionen

Die Zahl der Existenzgründungen im Landkreis Gifhorn sei nach Aussage von Walter, unabhängig von der herangezogenen Datenbasis, gering. Die Gründungsintensität (Gründungen je 10.000 Erwerbstätige) liege bei etwa 60 Prozent des Bundesdurchschnittes (Niedersachsen 90 Prozent, Region Braunschweig-Wolfsburg 70 Prozent). Die Zahlen für Helmstedt und Wolfsburg wären jedoch noch etwas schlechter.

Das Phänomen von weit unterdurchschnittlichen Gründungszahlen zeige sich bundesweit in allen (ländlichen) Automobilregionen. „Das ist sicherlich auf die meist gute bis sehr gute wirtschaftliche Lage dieser Regionen und die hohen Verdienstmöglichkeiten in der Automobilindustrie zurückzuführen“, vermutet Walter. „Für den Landkreis Gifhorn kommt hinzu, dass die Arbeitslosenquote sehr gering ist und die Nachfrage nach Fachkräften ein bisher nie gesehenes Niveau erreicht hat. Somit entfallen fast alle „Notgründungen“ zum Beispiel aus der Arbeitslosigkeit oder mangels Jobangeboten.“

Umfangreiche Unterstützungsangebote

Trotz der niedrigen Fallzahl von Gründern, die sich an die Beratungsstellen wenden, gäbe es umfangreiche Unterstützungsangebote und Maßnahmen.

  • Beratungen
  • Das Investitionsförderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen des Landkreises Gifhorn ist auch für Existenzgründer nutzbar
  • Die Wirtschaftsförderung fungiert als „fachkundige Stelle“ für den NBank „Mikrostarter“ (Darlehensprogramm ohne bankübliche Sicherheiten)
  • Darlehensprogramme und Beteiligungen von KfW und NBank
  • Beratungsförderung durch das Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
  • Gründungsmesse Gifhorn/Wolfsburg
  • Gründungsatlas der Allianz für die Region
  • Gründungswettbewerb „IDEE“ der Allianz für die Region

Einzelfallbezogen können regional weitere Unterstützungen zum Beispiel bis hin zur Patentberatung oder Crowdfunding angeboten werden.

„Ziel all dieser Bemühungen ist es, Gründungen zu ermöglichen und die Chancen für ein langfristiges Bestehen unter Wettbewerbsbedingungen zu verbessern“, schließt Walter seine Erläuterungen.

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