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Flüchtling engagiert sich ehrenamtlich in der Lebenshilfe

11. Oktober 2017
Samad Azizi (h.r.) unterstützt Menschen mit Behinderung bei der Montage von Bauteilen. Fotos: Lebenshilfe Gifhorn
Gifhorn. Wie die Lebenshilfe mitteilt, engagiert sich Samad Azizi (22), Flüchtling aus Afghanistan, ehrenamtlich in der Lebenshilfe Gifhorn. Sein Anerkennungsverfahren läuft noch und eine Arbeitserlaubnis hat er auch noch nicht. Azizi weiß, dass so ein Vorgang dauert, er möchte aber nicht tatenlos rumsitzen.

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Ehrenamtliche Tätigkeit für Asylbewerber ist gestattet, wenn es sich dabei nicht um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, sondern um eine gemeinnützige Tätigkeit handelt.

„Diese Chance möchte ich gerne wahrnehmen“, antwortet Samad Azizi laut Lebenshilfe auf die Frage im mittlerweile guten Deutsch, warum er sich gerade dort engagiert. „Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung macht mir Spaß und ist eine gute Möglichkeit, meine Stärken und sozialen Kompetenzen einzubringen. Mir ist geholfen worden und so kann ich etwas zurückgeben. Durch das Ehrenamt habe ich eine Tagesstruktur, das hilft beim Warten auf die Anerkennung. Ich bekomme einen Einblick in die deutsche Arbeitswelt und Gesellschaft. Ich kann die deutsche Sprache außerhalb meines Sprachkurses trainieren und neue Kontakte knüpfen. Das alles wirkt sich positiv auf mein Selbstwertgefühl aus“.

„Ein echter Gewinn für unsere Einrichtung“

Azizi unterstützt in der Zweigwerkstatt Menschen mit Behinderung bei der Montage von Fahrzeugbauteilen. Unterstützer und Ansprechpartner in der Einrichtung ist Alexander Lenz vom begleitenden Dienst: „Samad ist ein echter Gewinn für unsere Einrichtung. Er hat in seiner Heimat als Automechaniker gearbeitet und hilft wo er kann, ist unglaublich wissbegierig und an allem interessiert. Samad ist immer gutgelaunt und fröhlich, schon nach kurzer Zeit haben ihn unsere Beschäftigten in`s Herz geschlossen, weil er ihnen weiterhilft“.

Durch sein Engagement hat Azizi die Möglichkeit, im ganz normalen Alltag mit Einheimischen mit und ohne Behinderung in Kontakt zu treten. Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie praxisnahe Integration von Flüchtlingen zum Wohle von Menschen mit Behinderung aussehen kann und beiden Seiten Vorteile bietet. Man lernt sich besser kennen, baut Vorurteile ab und das gegenseitige Verständnis wächst.

Beim Ehrenamt geht es um Verlässlichkeit, Toleranz und soziale Kompetenz

Die Lebenshilfe Gifhorn möchte Menschen mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund ermutigen sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle, jeder ab 18 Jahren, der die gesellschaftlichen Normen und Werte sowie die rechtsstaatlichen Grundsätze in Deutschland akzeptiert, ist willkommen. Was zählt sind Verlässlichkeit, Toleranz, soziale Kompetenz und Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Berko Härtel, Koordinator Ehrenamt bei der Lebenshilfe Gifhorn, fügt an: „Ehrenamtliches Engagement leistet einen positiven Beitrag zur Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Sie erfahren Wertschätzung, spüren das Gefühl gebraucht zu werden und lernen quasi nebenbei unsere Lebensweise und Gesellschaft kennen.“

Alexander Lenz (l.) von der Lebenshilfe Gifhorn und Samad Azizi (r.) weisen gemeinsam einen Beschäftigten in die Arbeit mit der Drehbank ein.

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