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Durstlöscher: Leitungswasser oder Kisten aus dem Supermarkt?

8. Juli 2017 von
Leitungswasser oder doch lieber Kisten aus dem Supermarkt? Symbolfoto: Nick Wenkel
Region. In der heißen Jahreszeit ist Trinken besonders wichtig. Zwei Liter am Tag sollen es mindestens sein, bei Hitze eher mehr. Doch soll der gesundheitsbewusste Verbraucher nun das heimische Leitungswasser trinken oder doch lieber Kisten im Supermarkt kaufen? regionalHeute.de fragte bei seinen Recherchen bei der LSW und dem Wasserverband Weddel-Lehre nach.

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Sie werden es sicherlich schon oft gehört haben: „Trinkwasser ist das am besten überprüfte Lebensmittel.“ An dieser Aussage ist auch definitiv nicht zu rütteln. Die in Deutschland geltende Trinkwasserverordnung zwingt die Wasserversorger dazu, ihr Produkt in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und die vorgegebenen Grenzwerte nicht zu überschreiten. Stellt sich heraus, dass etwa Nitratwerte oder Rückstände von Medikamenten die Grenzen überschreiten, ist sofortiges Handeln geboten. Sabine Walz, Sprecherin des Wasserverbands Weddel-Lehre, macht sich jedenfalls für „ihr“ Wasser stark:

„Das von uns gelieferte Trinkwasser kommt frisch und kühl aus der Leitung. Das heißt, es muss im Privat-Haushalt nicht extra gekühlt vorgehalten werden. Zudem wird es nicht in Glas- oder Plastikflaschen abgefüllt und über weite Strecken transportiert werden. Das sind enorme ökologische Vorteile. Außerdem können wir als Wasserversorger garantieren, dass das Leitungswasser in unserem Verbandsgebiet ein nach den Regeln der aktuellen Trinkwasserverordnung strengstens überwachtes Lebensmittel ist. Die Analyseergebnisse stellen wir auf unseren Internetseiten bereit (https://www.weddel-lehre.de/Service/Wasserqualitaet/Trinkwasserqualitaet).“

Trinkwasserqualität im Internet einsehbar

Birgit Wiechert, Sprecherin der LSW Netz GmbH & Co. KG, bläst in das selbe Horn: „Unser Trinkwasser unterliegt in Deutschland den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV). Regelmäßige Kontrollen und die Einhaltung dieser gesetzlichen Vorgabe garantieren die Qualität und Güte unseres Trinkwassers. Kein anderes Lebensmittel wird so streng überwacht, es kann ohne Bedenken vom Säugling bis zum Greis in unbegrenzter Menge getrunken werden. Trinkwasseranalysen aus unserem Versorgungsgebiet finden Interessierte auch im Internet (https://www.lsw.de/wasser/wasserqualitaet).“

Beim Tätigen genereller Aussagen ist allerdings Vorsicht geboten: Zwar haben die Wasserwerke dafür Sorge zu tragen, dass das Wasser in unbedenklichem Zustand ihr Haus erreicht, für die Wasserleitungen des Hauses ist jedoch der Eigentümer verantwortlich. Gerade in Altbauten können immer noch alte Blei- oder neue Kupferrohre anzufinden sein, die das Wasser verunreinigen können. Sollten Sie sich ob der Wasserqualität in ihrem Heim unsicher sein, empfiehlt sich eine Analyse des Gesundheitsamts. Diese kostet etwa 15 Euro, leben Kinder oder Schwangere in Ihrem Haushalt, ist diese oftmals sogar kostenlos.

Großteil der benötigten Minerale wird über das Essen aufgenommen

Gleiches gilt für Wasser aus dem Supermarkt. Hier gibt es nämlich große Unterschiede: Für natürliches Mineralwasser gilt, dass es von ursprünglicher Reinheit sein muss. Dieses stammt aus unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen und wird direkt vor Ort abgefüllt. Außerdem muss es einen bestimmten Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen haben. Hier ist allerdings zu beachten, dass je nach Region auch das Leitungswasser auf diese Werte kommen kann. Außerdem machen die Gehalte des Mineralwassers nur einen kleinen Teil des Tagesbedarfs aus. Den Löwenanteil nehmen wir durch die Nahrung auf.

Die unterirdische Quelle des sogenannten Quellwassers muss nicht vor Verunreinigungen geschützt sein. Dennoch gilt auch hier die Trinkwasserverordnung. Tafelwasser ist lediglich aufbereitetes Wasser, das mit Mineralstoffen versetzt wurde und an jedem beliebigen Ort entnommen werden kann. Es kann sogar aus verschiedenen Wässern zusammengemischt sein.

Ein Liter Leitungswasser kostet weniger als 2 Cent

Es ist also allein wegen der nicht ganz einfachen Übersichtlichkeit unmöglich, allgemeine Aussagen zu treffen. Doch sei hier erwähnt, dass im Jahr 2014 Stiftung Warentest 30 Medium-Mineralwasser testete und lediglich sechs empfehlen konnte. Dem gegenüber stehen Leitungswasser-Tests des Gesundheitsministeriums und Umweltbundesamts die besagen, dass 99 Prozent die Grenzwerte einhalten.

Birgit Wiechert betrachtet die Frage auch noch aus anderen Blickwinkeln: „Des Weiteren ist das Leitungswasser im Vergleich zum Mineralwasser sehr günstig und ist in der Regel in unbegrenzter Menge jederzeit verfügbar.“ Hinzu kommt, dass sich die Theorie hartnäckig hält, dass sich im Wasser in Plastikflaschen Hormone und Weichmacher befinden können. In der Frage gehen die Expertenmeinungen allerdings auseinander.

Ein weiterer Fallstrick: Einige Verbraucher wollen auf Nummer sicher gehen und nutzen Wasserfilter. Eigentlich eine gute Idee, wenn man diese auch wirklich regelmäßig wechselt. Denn sonst können sich diese in echte Keimschleudern verwandeln und das so gut kontrollierte Wasser tatsächlich gefährlich werden.

Und so gibt es wie bei so vielen Dingen nicht die eine, richtige Antwort. Die Entscheidung liegt weiterhin bei dem Verbraucher selbst.

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