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„Dog Parker“: Hundecontainer als Alternative?

13. Januar 2018 von
Kommen die Hightech-Hundehütten auch zu uns? Fotos: Dog Parker
Region. Haben Sie schon vom Konzept der "Dog Parker" gehört? Nein? Wir vorher auch nicht. "Car-Sharing" für Hundehütten ist ein neues Konzept, welches im vergangenen Jahr in den USA entstanden ist. Die Hightech-Hundehütten sollen es Hundebesitzern ermöglichen, ihre Tiere kurzzeitig unterzubringen, während Sie den Einkauf erledigen oder einen Termin wahrnehmen.

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Das Konzept ist jedoch höchst umstritten. Auf der einen Seite steht der Vorteil, die Tiere nicht außerhalb von Gebäuden anbinden oder sie im Auto zurücklassen zu müssen. Das ist zum Beispiel bei der Unterbringung von sehr teuren Tieren wie beispielsweise Therapiehunden ein Pluspunkt.

Auf der anderen Seite kann die Erfindung aber auch als „Abstellkiste“ oder „Hundeschließfach“ wahrgenommen werden. Wirklich groß sind die Hütten nämlich nicht. 76,2 Zentimeter breit, 85,09 Zentimeter tief und 1,18 Meter hoch sollen die Boxen sein. So steht es auf der Internetplattform des Anbieters. Die Unterbringungen sind zwar mit moderner Technik wie Klimaanlagen, einem UV-Licht-Reinigungssystem und sogar einer Kamera mit Internetverbindung ausgestattet, aber dennoch bleiben einige kritische Fragen offen. Wird es die Hütten in verschiedenen Größen geben? Wie oft werden die Hütten wirklich gründlich gereinigt? Dies und mehr geht bisher aus den Angaben des Herstellers noch nicht eindeutig hervor. 

Die Maße des Dog Parkers werden auf der Internetseite des Unternehmens präsentiert.

Alles hat seinen Preis

Zudem ist die Nutzung der Funktion nicht kostenlos. Ein Jahresbeitrag von 25 Euro, sowie ein minütlicher Preis von 20 Cent werden für den Gebrauch eines „Dog Parkers“ aktuell fällig. Bis zu 90 Minuten lang soll man die haarigen Vierbeiner in einer solchen Unterbringung verstauen können. Wer also einen längeren Ausflug geplant hat, muss unter Umständen auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Internationale Expansion geplant

Vor zirka einem Jahr entstand das Konzept in Brooklyn, USA, als eine Hundebesitzerin das Konzept entwickelte, um ihren Hund unterwegs, aus ihrer Sicht, besser unterbringen zu können. Mittlerweile sind über 50 „Dog Parker“ in den USA aktiv, eine weitere internationale Expansion ist geplant. Ungefähr 200 Abonnenten habe der Service in den USA zur Zeit. Tendenz steigend. Auch in Deutschland soll es bald die ersten „Dog Parker“ in den Städten geben. Medienberichten zu Folge testet ein Anbieter aus München, der namentlich noch nicht genannt werden möchte, bereits die Idee zur eigenen Umsetzung.

Testerin Tiffany Tsang probiert den „Dog Parker“ aus.

Das denken regionale Tierschützer

Wir haben bei regionalen Tierschutzvereinen angefragt, was sie von der Idee und der möglichen Umsetzung hierzulande halten. So berichtet der Tierschutzverein Braunschweig gegenüber regionalHeute.de: „Aus Tierschutzsicht sind die Dog Parker sehr kritisch zu betrachten. Die Hunde sind in einem sehr beengten Raum eingesperrt. Durch die Frontscheibe kann jeder den Hund sehen und der Hund sieht auch alles was vor dieser „Box“ passiert. Wenn sich Menschen oder auch andere Hunde direkt vor dem Dog Parker aufhalten, ist das sicherlich ein großer Stressfaktor für den eingesperrten Hund. Er kann sich der Situation nicht entziehen und er muss unter Umständen ein hohes Maß an Stress aushalten. Des Weiteren gibt es keine Kontrolle darüber, ob der Hund genug Platz in der Box hat oder ob vom Halter tatsächlich nur ein Tier dort hineingesetzt wird.“

Die beste Alternative zu „Dog Parkern“ oder dem Anbinden vor den Läden sei deshalb „seinem Hund beizubringen, auch einmal alleine zu Hause zu bleiben. Mit vernünftigem Training und etwas Geduld lernt das jeder Hund. Sollte der Hund bereits Verlassensängste haben und gar nicht allein bleiben können, ist ein Hundesitter die beste Lösung“, ergänzt der Tierschutzverein aus Braunschweig weiter.

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