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Ehepaar baute Blitzerattrappe gegen Raser

28. November 2017 von
Rainer Liebrenz zeigt seine Blitzersäule. Dies ist die erste Version, an einer verbesserten Variante arbeite er bereits. Video/Fotos: aktuell24(DC)
Gifhorn. Die L312 in Allenbüttel scheint zum Rasen zu verleiten. Das Ehepaar Liebrenz beobachtet täglich unzählige Fahrer, die mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit an ihrem Haus vorbeifahren. Um dem ein Ende zu setzen, errichteten die beiden kurzerhand eine falsche Blitzersäule auf ihrem Grundstück. regionalHeute.de hat sich vor Ort einen Überblick verschafft.

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Die einseitige Bebauung lässt schwer erahnen, dass dort schon eine geschlossene Ortschaft ist. Lange hat das Anwohner-Ehepaar Liebrenz die Situation leidvoll erduldet, doch ein Unfall in der Nachbarschaft, bei dem um ein Haar Schulkinder erfasst wurden, war die Initialzündung für diesen speziellen Blitzer.

Da die L321 zwischen Wolfenbüttel und Gifhorn aber laut Statistik kein Unfallschwerpunkt ist, sei ein fester Blitzer hier nicht geplant. Also wurde Rainer Liebrenz tätig: Aus einem Abzugsrohr, ein wenig grüner Farbe, schwarzem Klebeband und etwas Plexiglas baute er eine echt anmutende moderne Blitzerattrappe und postierte sie in seinem Vorgarten. „Auf die Idee bin ich gekommen, nachdem man mir eine Schaufensterpuppe entwendet hatte, die ich da zunächst mit dem Hinweis auf ’50km/h‘ stehen hatte“, so Liebrenz.

Rechtlich auf der sicheren Seite

Der 58-Jährige machte sich bei Polizei und Gemeinde über rechtliche Grenzen schlau und legte los – kurz darauf stand plötzlich die „nagelneue Blitzersäule“ an der L321. Gerade wenn die Strecke als Umleitung für die A2 belastet ist, sei etwas spürbar: „Die Auswärtigen halten sich dran“, so Liebrenz, „die Einheimischen wissen es schon“. Doch der Blitzerbauer von Allenbüttel will niemanden ärgern, sondern einfach nur auf die Geschwindigkeitsbrenzung hinweisen. „Wir waren auch bei der Gemeinde vorstellig, die unterstützen uns sogar“, so Liebrenz. Die Polizei hat keine Einwände: „In diesem Fall handelt es sich um Freiheit der Kunst“.

Um auch mit der Zeit zu gehen, steht schon die zweite Generation der Blitzerattrappe in den Startlöchern: In der Garage bastelt Rainer Liebrenz bereits an einer verbesserten Attrappe – mit Linse und eingebauter alter Kamera. „Es soll halt noch realistischer sein“. Von Seiten der Polizei gibt es für solche Attrappen keine Einschränkung, so lange der Blitzer nicht „blitzend“ aktiv in den Verkehr einwirkt. Doch bereits die passive Präsenz zeigt Erfolg: „Man sieht schon öfter mal Bremslichter angehen“, so Ehefrau Sabine (56).

Ein kleiner Beitrag, um die Strecke sicherer zu machen – dank eines Abzugsrohrs im Vorgarten…

Einige Fahrer halten sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung.

 

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